„In sieben Schritten zur Integration“

Seit September 2016 geht die Evangelische Jugend Nürnberg (EJN) neue Wege in ihrer Integrationsarbeit. Aus Fördermitteln der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Bayern sowie aus Eigenmitteln werden für 2 Jahre 5 Hauptamtliche mit unterschiedlichen Stundenanteilen im Projekt ‚In sieben Schritten zur Integration‘ tätig sein. Gemäß dem Konzept, „Kirche in der Stadt“ und „Kirche für die Stadt“ zu sein, will die Evangelische Jugend Nürnberg damit einen Beitrag dazu leisten, die Integration von jungen Menschen aus anderen Weltreg- und -religionen in die Stadtgesellschaft fördern.
Mit dem neu gegründeten Fachbereich Migration und Integration wird allerdings keine Parallelstruktur innerhalb der vielfältigen Arbeitsbereiche der EJN etabliert, vielmehr verstehen wir Integration als Querschnittsaufgabe und wollen sie in alle Ebenen unserer haupt- und ehrenamtlicher Arbeit hineintragen. Daher liegt uns auch die Kooperation mit dem Kreisjugendring und den anderen Jugendverbänden bzw. der Stadt Nürnberg sehr am Herzen, da wir uns dessen bewusst sind, dass Integration eine Aufgabe ist, die nur gemeinsam gelingen kann.

Integrationslotsen und Integrationslotsinnen

Hierzu schafft die EJN ein Netz von „Integrationslotsen und –lotsinnen“. Deren Aufgabe ist es, im Rahmen der bestehenden evangelischen Kinder- und Jugendarbeit Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowohl beim „Heimischwerden“ wie auch beim „Aufnehmen“ zu unterstützen. Die Integrationslotsinnen und –lotsen haben daher zwei Aufträge. Einerseits unterstützen sie junge Menschen, die in jüngster Zeit nach Nürnberg zugewandert sind, dabei, Hemmschwellen in den sozialräumlichen Nahbereich ihres Wohn- und Lebensmittelpunktes zu überwinden und die soziale Distanz zwischen ihnen und der ‚Umgebungsgesellschaft‘ zu verringern. Andererseits unterstützen sie die aufnehmende Gesellschaft, insbesondere „Nürnberger“ Kinder und Jugendliche beim Beziehungsaufbau. Beiden Zielgruppen, der primären Gruppe der Ankommenden und der sekundären Gruppe der Aufnehmenden, sollen sie beim Abbau von Vorurteilen, menschenfeindlichen Einstellungen und Verhaltensweisen bzw. beim Auf- und Ausbau der Akzeptanz von Diversität und Heterogenität unterstützend zur Seite stehen. Integrationslotsen und Integrationslotsinnen wirken als Mittler zwischen den Kulturen und als Brückenbauer in die Aufnahmegesellschaft.

Sozialraum- und Subjektorientierung

Die Integrationslotsinnen und -lotsen knüpfen dazu Kontakte zu Unterkünften und Helferkreisen und docken an die vorhandenen Einrichtungen, Projekte und Initiativen an. Dementsprechend steht der Auftrag der neuen Kolleginnen und Kollegen in engem Kontext zu den non-formalen Lern- und Bildungsangeboten evangelischer Jugendverbandsarbeit vor Ort. In den unterschiedlichen Bezügen (offene Kinder- und Jugendarbeit; schulbezogene Kinder- und Jugendarbeit; Gemeindejugendarbeit; Sport- und Kulturarbeit; gesellschaftspolitische Jugendbildung; Jugendkirche) sollen damit die bestehenden Angebote im Hinblick auf die notwendige interreligiöse und interkulturelle Öffnung ergänzt und erweitert werden. Dabei liegt der Schwerpunkt auf bedürfnis- und zielgruppenorientierten Angeboten der Alltagsbildung, wodurch informelle Lerngelegenheiten geschaffen werden sollen, um im Sinne des §1 des SGB VIII Persönlichkeitsentwicklung und Gemeinschaftsfähigkeit gleichermaßen zu fördern.

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