Was uns leitet – jesuanisches Modell des Sports

Im Gegensatz zum alltäglich und medial vertretenem olympischen Modell, das von einem makellosen, jugendlichen, leistungsfähigen Sieger ausgeht, vertreten wir ein jesuanisches Modell.

Bischof Wolfgang Huber schreibt darüber: „Der christliche Glaube bringt demgegenüber ein anderes Bild vom Menschen, ein anderes Modell, ins Spiel. Das Menschenbild Israels, das Jesus übernommen hat, nimmt die Begrenztheit und Verletzlichkeit des anderen Menschen ernst. Es ermutigt dazu, die Endlichkeit des eigenen wie des fremden Lebens anzunehmen. Es verherrlicht Krankheit nicht…, aber es degradiert Kranke, Behinderte und Alte nicht zu Menschen zweiter Klasse. Gerade angesichts der Verletzlichkeit und Endlichkeit des Menschen schärft es ein, dass allen – unabhängig von Alter oder Geschlecht, von Staatsangehörigkeit oder Religion, von Leistung oder Verdienst – die gleiche Würde zukommt. Dieses Bild vom Menschen nenne ich – im Unterschied zum olympischen – das jesuanische Modell.“

Es liegt in unserer Hand und ist zugleich unsere Aufgabe, Zeichen zu setzen für die Freude am Sport und den Respekt im Umgang miteinander sowie sich deutlich gegen jede Form von Diskriminierung und Ausgrenzung zu platzieren!

Eichenkreuz-Motto: FREUDE – RESPEKT – ENGAGEMENT

FREUDE am Sport, am Miteinander, am Spiel, an der Begegnung

RESPEKT beim Umgang im eigenen Team und mit den Spielpartnern

ENGAGEMENT für Menschenrechte, Frieden, Integration;
gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus

Eichenkreuz Nürnberg (EK)

umfasst derzeit 50 Sportgruppen mit ca. 1.200 Mitgliedern und rund 150 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen aus der evangelischen Jugendarbeit und ihren Jugendverbänden CJB, CVJM, EJSA, EC , VCP, aus Kirchengemeinden, Einrichtungen der Jugendhilfe und der Diakonie. Ein großer Schwerpunkt liegt auf Sportangeboten in Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit.

Vertreten sind rund 20 Nationalitäten im Volleyball, Fußball, Basketball, Badminton und Tischtennis und noch deutlich mehr in den Offenen Einrichtungen der Evangelischen Jugend Nürnberg.

Die Besonderheit der EK-Spielrunden ist die Integration von Teams wie FC Walia (afrikanisches Team), Brügg’nbauer (Behinderte und nichtbehinderte Menschen), Maccabi Nürnberg (jüdisch-russisches Team), JHZ Rummelsberg (Einrichtung der Jugendhilfe), BSE Nürnberg (Einrichtung für blinde und sehbehinderte Menschen) und Teams aus der Offenen Jugendarbeit.

Projekte

  • Nicaragua-Projekt: Unterstützung der lutherischen Kirche in Nicaragua durch die EK-Volleyballteams seit 2000. Spenden, Sportgeräte und gegenseitige Besuche. Engagement im Rahmen der Partnerschaft des evang.-luth. Dekanats Nürnberg mit der lutherischen Kirche in Nicaragua. Zuletzt im August 2010. Angesiedelt bei den EK-Volleyballgruppen.
  • Kosovo-Projekt: Seit 2001 Unterstützung von 8 muslimischen Familien im Dorf Pacaj im Kosovo durch Grundnahrungsmittel. Förderung der Dorfkinder mit Schulmaterial und Büchern.
    Angesiedelt bei EK Sebald-City-Bühler und den EK-Fußballgruppen.
  • Selbstverpflichtung gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus
    Wurde zum 3. Fußballfest gegen Rassismus gestartet und inzwischen von ca. 1.200 Menschen unterschrieben, darunter Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Bürgermeister Horst Förther, vom evangelischen Landesbischof Dr. Johannes Friedrich und Stadtdekan Michael Bammessel. Alle Teams des Fußballfestes gegen Rassismus müssen diese Erklärung als Voraussetzung zur Teilnahme unterschreiben.
  • Nürnberger Friedenslauf vor dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände seit 2007
    Der Friedenslauf wendet sich an Schulen jeder Art und ist als Sponsorenlauf angelegt.  Der Erlös geht an Friedensprojekte in Krisengebieten, z.B. für die Ausbildung von Traumapädagogen in Palästina,  Israel, Bosnien und Irak oder für ein Projekt ehemaliger Straßenkinder in Kolumbien.
    2007 und 2008 starteten jeweils rund 1.100 SchülerInnen, 2010 waren es rund 1.400 TN.
  • Eichenkreuz Nürnberg ist Gründungsmitglied im Bündnis gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg, das im Frühjahr 2009 gegründet wurde.
  • Beratung des Gräfenberger Sportbündnisses
    Im Herbst 2009 unterstützten wir zusammen mit der Gräfenberger Dekanin Frau Schümann die Gründung eines Sportbündnisses. Acht Sportvereine wollten Zeichen setzen gegen Rechts und EK Nürnberg konnte somit die Region unterstützen die lange Zeit unter den Neo-Nazi-Aufmärschen zu leiden hatte. Inzwischen sind weitere Vereine hinzugekommen (rund 6.000 Vereinsmitglieder) und wir sind weiterhin in Verbindung. Unsere Erfahrungen waren wohl hilfreich für den Start.
  • Unterstützung von unbegleiteten Flüchtlingsjugendlichen
    EK unterstützt die Jugendlichen im Sammellager Zirndorf und die WG Bahia in Nürnberg mit Sportkleidung (durch Spenden) und Einbindung in Sportveranstaltungen.
  • EK lädt zu Ausstellungen mit ‚unseren‘ Themen in den eckstein
    2006 Sport und Menschenrechte, 2008 Kicker, Kämpfer und Legenden, 2010 Tatort Stadion

Auszeichnungen

  • Julius-Hirsch-Preis 2007 des DFB
  • Mittelfränkischer Integrationspreis 2008 durch die Regierung von Mittelfranken
  • Interkultureller Preis 2014 des Integrationsrates der Stadt Nürnberg

AnsprechpartnerIn

www.eknbg.de